Eine GPX-Strecke von Grund auf erstellen, ohne mobile App
Keine bestehende Strecke für dein Ziel? So baust du eine komplette GPX-Datei ausgehend von einer leeren Karte, direkt im Browser.
Warum von einer leeren Karte aus starten
Nicht jede Tour folgt einer bereits markierten Strecke. Ein neues Viertel, das du mit dem Rad erkunden willst, deine eigene Variante eines bekannten Wegs, ein Training, das genau 42 km lang sein muss: In diesen Fällen gibt es keine GPX-Datei zum Herunterladen. Die einzige Option ist, sie selbst zu bauen.
Bei GPX Edit Pro geschieht dieser Aufbau direkt auf einer Karte, ganz ohne Installation und ohne Konto.
Die ersten Wegpunkte setzen
Das Prinzip ist einfach: Jeder Klick auf die Karte fügt einen Wegpunkt hinzu. Zwischen zwei Punkten entsteht automatisch ein Weg — keine Gerade, sondern ein echter, von einer Routing-Engine berechneter Weg, die die bestehenden Straßen, Radwege und Pfade kennt.
Das Routing stützt sich auf BRouter, das Straßen, Radwege und kartierte Pfade kennt. Der vorgeschlagene Weg folgt dem, was auf dem Boden tatsächlich existiert, nicht einer theoretischen Linie zwischen zwei Punkten.
Fügst du in der Mitte eines Abschnitts einen Punkt hinzu, erzwingt das einen Umweg; entfernst du ihn, wird der Weg zwischen den beiden verbleibenden Punkten automatisch neu berechnet.
Den richtigen Fortbewegungsmodus wählen
Der berechnete Weg hängt vom gewählten Modus ab: Rennrad, MTB, Trail oder Wandern. Ein Rennrad-Modus bevorzugt asphaltierte Straßen, die für schmale Reifen geeignet sind; ein MTB- oder Trail-Modus erlaubt schmale Pfade und unbefestigte Wege. Der Modus kann mitten in der Strecke gewechselt werden — nützlich, wenn ein Abschnitt der Tour seinen Charakter ändert, etwa ein Fußweg mitten in einer Radtour.
Gebiete ohne kartiertes Netz
Manche Abschnitte existieren in keiner Kartendatenbank: ein Strand, ein Gewässerabschnitt fürs Kajak, ein Gebiet abseits der Wege im Gebirge. Für diese Fälle ermöglicht reines Freihandzeichnen das direkte Zeichnen ohne Routing, mit freiem Wechsel zwischen den beiden Modi innerhalb derselben Strecke.
Das Höhenprofil vor dem Start prüfen
Sobald die Strecke gezeichnet ist, entsteht das Höhenprofil automatisch aus den gesetzten Punkten. Jetzt ist der Moment, um zu prüfen, ob der Anstieg dem Geplanten entspricht — siehe die Anleitung zum Lesen eines Höhenprofils, um bei diesem Schritt tiefer einzusteigen.
Die Strecke in einer Satellitenansicht prüfen
Der übliche Kartenhintergrund zeigt kartierte Pfade, aber nicht immer ihren tatsächlichen Zustand. Ein vorübergehender Wechsel zur Satellitenansicht deckt einen zugewachsenen Weg, eine verschwundene Brücke oder einen Abschnitt auf, der nicht mehr dem aktuellen Gelände entspricht — nützlich, bevor du eine Strecke in einem selten begangenen oder kürzlich veränderten Gebiet bestätigst.
Eine zu lange Strecke in mehrere Etappen teilen
Für eine Mehrtagestour ist es nicht nötig, jede Etappe einzeln vom ersten Punkt aus zu zeichnen. Es ist oft einfacher, die gesamte Strecke auf einmal zu bauen und sie dann nachträglich an den geplanten Übernachtungsorten zu teilen — ein Klick auf die Karte oder das Höhenprofil trennt die Strecke in zwei eigenständige Dateien. Ein Teilen in regelmäßigen Abständen (etwa alle 30 km) erzeugt zudem mehrere Etappen auf einmal, ohne sie einzeln setzen zu müssen. Siehe die Anleitung zur Planung einer Mehrtagestour, um jede Etappe anschließend mit Verpflegungs- und Unterkunftsmarkierungen anzureichern.
Häufige Fehler beim Zeichnen von Grund auf
Drei Fallen kommen häufig vor:
- Ein Punkt, der auf der anderen Seite eines unüberwindbaren Hindernisses gesetzt wurde. Ein Fluss ohne Brücke oder eine Bahnlinie zwischen zwei Punkten kann einen Umweg von mehreren Kilometern auslösen, ohne dass etwas darauf hinweist — nur ein Blick auf die tatsächliche Strecke, nicht nur auf die Gesamtdistanz, deckt das auf.
- Ein vergessener Moduswechsel mittendrin. Eine im Rennrad-Modus begonnene und auf einem Waldweg fortgesetzte Strecke behält manchmal den ursprünglichen Modus bei, wenn der Wechsel nicht am richtigen Ort erfolgte, was eine Strecke erzeugen kann, die einer parallelen Straße statt dem gewünschten Weg folgt.
- Losfahren, ohne die korrigierte Höhe zu prüfen. Eine auf einer flachen Karte gezeichnete Strecke hat keine echten Höhendaten, bis eine Korrektur angewendet wurde — der vor diesem Schritt angezeigte Anstieg ist nicht zuverlässig.
Benennen, Markierungen hinzufügen und exportieren
Letzter Schritt: die Strecke benennen, optional Markierungen an bestimmten Punkten hinzufügen (eine Wasserquelle, eine nicht zu verpassende Kreuzung), und exportieren. Die erzeugte GPX-Datei ist mit den wichtigsten Fahrradcomputern und Uhren auf dem Markt kompatibel — Garmin, Wahoo, Suunto, Coros, Polar — sowie mit Strava und Komoot für einen direkten Import. Für eine Gruppentour oder eine zum Ausdrucken gedachte Strecke kann statt einer einfachen GPX-Datei ein PDF-Roadbook erzeugt werden.
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