Simulation

Dauer und Aufwand einer Strecke vor dem Start abschätzen

15 km werden in 1,5 Stunden oder in 4 Stunden zurückgelegt, je nachdem, ob 300 oder 1.500 Höhenmeter anfallen. So erhält man eine Schätzung, die das echte Relief berücksichtigt.

Warum eine Durchschnittsgeschwindigkeit nicht ausreicht

Die Distanz durch eine übliche Durchschnittsgeschwindigkeit zu teilen, ergibt eine grobe Schätzung, die das Wesentliche ignoriert: Der Anstieg verändert das Tempo einer Tour radikal. Dieselbe Distanz mit viel Steigung dauert spürbar länger als eine flache Strecke, und Abfahrten gleichen diesen Mehraufwand nicht vollständig aus.

Das Prinzip: Distanz und Anstieg kombiniert

Eine eigene Simulation berechnet eine geschätzte Dauer abschnittsweise statt über die Gesamtdistanz: Jeder Anstieg verlangsamt das Tempo, jede Abfahrt beschleunigt es, nach Koeffizienten, die sieben Sportprofilen eigen sind — Gehen, Trail, MTB, Rennrad, Gravel, Kajak und Stand-up-Paddling.

In GPX Edit Pro

Die Methode stützt sich auf das Naismith-Prinzip, das pro Höhenmeter Anstieg einen Zeitzuschlag zu einem flachen Grundtempo hinzufügt, abschnittsweise über die gesamte Strecke kalibriert statt als einzelner Gesamtdurchschnitt.

Ein Beispiel zur Einschätzung des Unterschieds

Zwei 15-km-Trailtouren geben einen guten Eindruck davon, welchen Unterschied allein der Anstieg ausmachen kann: Die erste, auf einem welligen Profil mit 300 m Anstieg, wird auf etwa anderthalb Stunden geschätzt; die zweite, auf einem gebirgigen Profil mit 1.500 m Anstieg bei derselben Distanz, kann vier Stunden oder mehr erreichen. Die identische Distanz verbirgt eine sehr unterschiedliche Aufwandsrealität — genau das korrigiert die kombinierte Schätzung.

Die Schätzung mit einem persönlichen Profil verfeinern

Die Angabe von Alter, Gewicht und einem Anstrengungsniveau — leicht, mittel, intensiv — verfeinert das Ergebnis, das eine geschätzte Dauer sowie eine erwartete durchschnittliche und maximale Herzfrequenz und eine durchschnittliche Trittfrequenz je nach gewählter Aktivität liefert.

Der Sonderfall der Wassersportarten

Für Kajak und Stand-up-Paddling ergibt der Anstieg keinen Sinn: Die Höhenkorrektur ist für diese beiden Aktivitäten deaktiviert, und in der Schätzung zählt nur die Distanz.

Wofür diese Schätzung in der Praxis dient

Das Ergebnis dient vor allem dazu, eine realistische Startzeit festzulegen, Wasser- und Essensvorräte zu planen oder zu beurteilen, ob eine Strecke vor Einbruch der Dunkelheit noch vernünftig ist — statt es vor Ort herauszufinden. Die geschätzte Herzfrequenz gibt zudem einen nützlichen Anhaltspunkt zur Kalibrierung des Starttempos: In der Nähe des geschätzten Durchschnitts statt mit maximaler Intensität ab den ersten Kilometern zu starten, verhindert, dass einem in der zweiten Hälfte einer welligen Strecke die Energie ausgeht.

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